Hamburger mit Leib und Seele: Julia Starp | Hamburg to go
Serie: Hamburger mit Leib und Seele

Julia Starp


Hamburg ist weltbekannt. Der Hafen ist das Tor zur Welt. Wegen der Reeperbahn kommen Hunderttausende Besucher im Jahr in die Hansestadt. Wir selbst nennen uns „Stadt des Sports“. Zahlreiche Musicals und Konzerte von Stars finden hier über das gesamte Jahr verteilt statt. Hamburg hat eine große Anziehungskraft.

Doch nichts wäre diese City ohne ihre Einwohner, die genauso faszinierend und einzigartig sind, wie die Stadt. Leute, wie Udo Lindenberg sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Doch selbst im normalen Alltag finden sich viele Persönlichkeiten, die spezielle Projekte anschieben oder diese Stadt einfach derart lieben, dass sie das Leben einfangen und bereichern möchten.

Um diese Menschen, um diese Hamburger geht es hier in der Reihe „Hamburger mit Leib und Seele“.

Ich habe dafür ein wenig recherchiert, Fragen zusammen gestellt und werden in den kommenden Monaten unregelmäßig regelmäßig neue interessante Leute mitten aus der Stadt vorstellen und lasse diese meine Fragen beantworten.

Beginnen möchte ich mit Julia Starp. Die Jungdesignerin hat erst im letzten Jahr ihr eigenes Modelabel gegründet. Dabei wollte sie keine Einheitsmode kreieren, sondern setzt einen großen Schwerpunkt auf nachhaltige und faire Produktion. Ihre Utensilien sind behutsam ausgewählt und trotzdem hat ihre Mode einen hochwertigen Touch.

Dafür hat sie auch den Sprung aus der Hansestadt gewagt. Sie wohnt zwar noch immer in Hamburg und hat in Barmbek-Nord ihren Sitz. Doch in Berlin besitzt sie einen zweiten Showroom. Zu ihrer Arbeit, ihr Philosophie und ihrem Hamburgbezug hat sie mir einige Fragen beantwortet:

Hamburg to go: Hallo Julia, sag doch zum Anfang erstmal ein paar Worte zu dir als Person.
Julia Starp: Ich bin 27 Jahre alt, verheiratet, lebe seit 9 Jahren in Hamburg und komme ursprünglich aus Dithmarschen von der Nordseeküste.

Hamburg to go: Du bist Designerin. Wie bist du zu dem Beruf gekommen und gibt es dafür eine spezielle Ausbildung, die du eingeschlagen hast?
Julia Starp: Ich habe 4 Jahre lang Modedesign an der Akademie JAK in Hamburg studiert, nachdem ich mich immer schon mit Gestalten, Malen, Zeichnen und Nähen beschäftigt habe und dieser Beruf einfach alles miteinander vereint. Mit 8 Jahren habe ich mein erstes Faschingskostüm genäht.

Hamburg to go: Ich habe gelesen, dass du bei deinen Kreationen großen Wert auf ökologische Verträglichkeit und Fair Trade-Produkte legst. Warum liegt dir das so sehr am Herzen?
Julia Starp: Sollte das nicht jedem wichtig sein? Für mich bedeutet es aufeinander acht zu geben, auf Natur, Tier und Mensch.

Die Natur und Tiere können sich nicht wehren, darum sind sie besonders darauf angewiesen, dass die Menschen ihren Lebensraum erhalten und nicht zerstören. In manchen Ländern ist es auch für die Menschen schwierig einen fairen Umgang zu erfahren, wo Möglichkeiten entstehen dem entgegen zu wirken und es sogar zu ändern, sollten sie genutzt werden. In der Modebranche tut sich hier gerade ein kleiner Wegweiser auf, ich bin froh auf diesem Weg meine Kreativität zum Ausdruck bringen zu können.

Hamburg to go: Wie werden deine Ideen in der Branche angenommen? Es gibt doch sicherlich nicht nur Zustimmung unter den Designern.
Julia Starp: Tatsächlich sagen viele, sie finden die Idee toll. Doch es bringt auch Einschränkungen mit sich. Es gibt einfach nicht alle Materialien in Organic, die Beschaffung ist oftmals beschwerlich das Design wird “eingeschränkt”. Aber gerade das ist für mich die Herausforderung.

Hamburg to go: Du hast neben deiner Heimatstadt Hamburg auch einen Showroom in Berlin. Warum ist die Präsenz in der Hauptstadt so wichtig?
Julia Starp: Berlin ist für Deutschland eine sehr wichtige Modestadt, dort findet die Fashionweek statt und dort ist die Aufmerksamkeit gerade auch für nachhaltige Mode sehr groß.

Hamburg to go: Was ist der modische Unterschied zwischen Hamburg und Berlin? Gibt es da überhaupt Unterschiede?
Julia Starp: Hamburg ist allgemein etwas konservativer als Berlin, die Menschen mögen die klassische, schlichte Eleganz, in Berlin sind die Menschen mutiger und trauen sich auch außergewöhnlichere Mode zu tragen. Ich denke Hamburg wird aber auch kommen, der “kühle” Norden braucht nur etwas Zeit um sich auch gerade mit dem Thema nachhaltige Mode auseinander zu setzen. Im nächsten Jahr ist Hamburg immerhin grüne Stadt Europas.

Hamburg to go: Zum Abschluss: Hamburg in drei Worten?
Julia Starp: Schön, grün, Heimat.

Hamburg to go: Vielen Dank!

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