Städtische Maßnahmen gegen die Yuppisierung

Die Hansestadt Hamburg scheint einen neuen Kurs einzuschlagen. Nachdem in den letzten Jahren kaum Rücksicht auf gewachsene Strukturen gelegt wurde, sollen Stadtteile nicht mehr ohne Kontrolle Maklern und Immobilienhaien ausgesetzt zu werden.

Nach zahlreicher Kritik, wenn es um Umgestaltungen beispielsweise in der Schanze geht, lenkt die Politik nun ein. Viertel sollen nicht mehr wahllos erneuert werden dürfen. Stadtteile sollen ihren Charme behalten und alteingesessene Einwohner nicht mehr so leicht verdrängt werden.

Allzu oft wurden in der Vergangenheit Wohngebäude abgerissen oder komplett saniert, um danach völlig überteuert angeboten zu werden. Dadurch waren viele Bewohner gezwungen sich neue Unterkünfte in anderen Stadtteilen zu suchen.

St. Georg ist das aktuelle Beispiel. Aus dem einstigen Schmuddelbezirk ist in den letzten Jahren ein kleiner In-Bezirk geworden. Allen voran die Lange Reihe hat neue Einwohner gelockt. Nun sollen auch die umliegenden (Neben-)Straßen für eine gehobene Einwohnerschicht erschlossen werden.

So sind die Pläne der Immobilienmakler. Doch die Stadt will ihnen einen Strich durch die Rechnung ziehen. Große Renovierungen und Neubauten werden von der Stadt genehmigt und können abgelehnt werden. Mithilfe einer neuen „sozialen Erhaltensverordnung“.

Dadurch sollen Einwohner in ihrem Viertel gehalten und nicht mehr so leicht verdrängt werden. Für die Schanze kommen solche politischen Möglichkeiten zu spät. Für St. Georg und weitere Stadtteile noch rechtzeitig.

Nur muss in der breiten Öffentlichkeit auch ankommen, dass nicht jedes Bauprojekt dadurch abgelehnt werden sollte. Eher geht es darum in Zukunft einen gesunden Mix zu finden. Natürlich gewachsene Stadtteile müssen ihre Strukturen behalten. Aber gleichzeitig muss auch modernisiert und erneuert werden dürfen. Allein, um junge Leute in die Stadt zu holen, die neue Wirtschaftskreise erschließen. StartUps und Künstler, die für die Hamburger Wirtschaft von Vorteil sind und Hamburg nach vorne bringen.

Eine Großstadt braucht auch finanzkräftigere Einwohner aus höheren Schichten, die beispielsweise Steuern in der Stadt lassen und ihre (Luxus)Güter hier kaufen. Dafür müssen attraktive Standorte und Wohnungen geschaffen werden.

Diesen Weg scheint Hamburg jedoch einschlagen zu wollen, wie man in der HafenCity sieht, wo mittlerweile auch Wohnungen für Familien geschaffen werden.

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