Das Finanzloch ist doch größer, als bisher angenommen. Deshalb redet man auch nicht mehr von einer Lücke, sondern einen großen Loch. 550 Millionen Euro beträgt der Fehlbetrag im Haushalt, der nun gestopft werden muss. Viel Arbeit also für Ole von Beust (CDU). In dieser Woche hat der Bürgermeister erste Maßnahmen angekündigt. Nachdem zuletzt meist kräftig investiert wurde, kündigte er bei seiner Regierungserklärung in der Hamburger Bürgerschaft seine Vorhaben an.
Demnach hat sich der Umzug der Hamburger Universität endgültig erledigt. Statt einer Neuansiedlung auf dem kleinen Grasbrook (wo jetzt neue Wohnungen entstehen könnten), werden bestehende Bauten umfassend saniert. Mehrere hundert Millionen werden trotzdem investiert, doch im Vergleich zum kompletten Neubau in der HafenCity ist das nur ein Klacks.
Zuvor hatte es immer wieder laute Kritik gegen den Umzug gegeben. Mittlerweile sollen aber gute Pläne vorliegen, um die Uni wieder auf einen modernen Standard zu bringen. An den aktuellen Standorten. Ich hoffe, dass sich dadurch die Uni tatsächlich weiter entwickelt und im internationalen Vergleich besteht. Die Hamburger Universität scheint in der bisherigen Aufstellung zu altbacken, um sich einen guten Ruf zu verschaffen. Ich wäre für eine Bündelung von Kompetenzen gewesen. Eine engere Verzahnung mit der Harburger TU und ggf. weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen. Ein Bildungscampus in Harburg wäre reizvoll. Quasi ein kleines Silicon Valley von Hamburg. In einer Umgebung, die auch jungen StartUps im Umfeld Luft zum Entwickeln gibt.
Die Verlängerung der U4 nach Harburg ist demnach auch erstmal Geschichte. Die hätte in dieser Hinsicht durchaus Sinn gemacht. Doch aufgeschoben, ist nicht aufgehoben. Der Plan wird sicher irgendwann wieder aus der Schublade gezogen. Die Hafencity ist nur der erste Sprung über die Elbe. Wilhelmsburg wird moderner gemacht, eine U-Bahn wird irgendwann folgen. Aktuell wäre kein dringender Bedarf vorhanden.
Einschnitte wird es zudem im Sportbereich geben. Der Neubau der Horner Rennbahn wurde verworfen. Das Tennisturnier am Rothenbaum sowie das Reitderby werden nicht mehr unterstützt. Zudem wird sich Hamburg nicht mehr um die Schwimm-Weltmeisterschaft 2013 bewerben.
Ich bin ein großer Sportfan und sehe solche Veranstaltungen nicht nur als Geldverschwendung, sondern auch als Möglichkeit. Bei solchen Events kann sich Hamburg als Stadt präsentieren. Gute Wettbewerbe ziehen auch Veranstaltungen anderer Sportarten nach sich. Große Events ziehen zudem Zuschauer in die Hansestadt. Die ihrerseits Geld in Hamburg lassen. Durch Sparmaßnahmen in diesem Bereich verliert Hamburg immer mehr das selbst aufgelegte Siegel “Sportstadt”.
Sicherlich muss gespart werden und verständlicherweise sind gerade sportliche Veranstaltungen Posten, auf die man im ersten Moment gut verzichten kann. Auf lange Sicht finde ich es nicht nur schade, sondern könnte auch zum Problem werden. Solche vergebenen Chancen, wie die WM 2013 kann man nicht mehr zurück holen.
Nicht auszudenken, wenn auch noch Tennis am Rothenbaum stirbt. Turnierdirektor Michael Stich beteuert zwar, dass die Veranstaltung auch weiterhin stattfinden wird, doch ist es um das Turnier finanziell nicht gut bestellt. Schon in den letzten Jahren stand der Wettbewerb vor dem Aus. Hamburg könnte mit den ausbleibenden Subventionen den endgültigen Todesstoß geben.
Hamburg muss sparen. Es ist gut, dass die Hansestadt rechtzeitig spart. Wahrscheinlich auch an den richtigen Ecken, auch wenn ich anders entschieden hätte.



